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Altwerden im Kloster

Der neue illerSENIO Campus in Laupheim verbindet als ganzheitliches Quartier für Senioren Pflege, Wohnen und klösterliches Leben – unterstützt durch barrierefreie Systemlösungen von HEWI.

Die Architektur präsentiert sich als fein gegliedertes Ensemble aus sandfarbenem Sockel und darüberliegenden Holzfassaden. Großzügige Fensteröffnungen und vorgelagerte Balkone verbinden das Gebäude selbstverständlich mit der umgebenden Parklandschaft und stärken den Bezug zur Natur.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Auf dem Gelände des Dreifaltigkeitsklosters, das über Jahrzehnte vom klösterlichen Leben geprägt war, ist ein Quartier unmittelbar vor der Finalisierung, welches geistliche Tradition mit modernen Pflege- und Wohnformen vereint. Mit der Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im Jahr 2024 wird die Transformation des Areals sichtbar. Lösungen des Herstellers HEWI tragen dazu bei, Barrierefreiheit in Sanitär- und Beschlagbereichen funktional und gestalterisch durchgängig umzusetzen.

Den Ausgangspunkt der Neu- und Umgestaltung bildet der Wettbewerbsentwurf von dopo architekten aus dem Jahr 2019. Gemeinsam mit dem Orden der Steyler Missionsschwestern sowie dem Betreiber illerSENIO entwickelte das Planungsteam ein langfristig ausgelegtes Nutzungskonzept für das Areal. Im ersten Bauabschnitt wurde ein Pflegeheim mit 90 Plätzen realisiert, ergänzt um Einheiten für Service-Wohnen, darunter Apartments für die Ordensschwestern. Weitere Bauphasen umfassen zusätzliche Wohnangebote, eine Tagespflege, eine Sozialstation sowie ein Seminarzentrum mit angeschlossenem Tagungshotel. Insgesamt hat das Projekt eine Nettogrundrissfläche von rund 11.550 Quadratmetern.

Warme Materialien treffen auf eine zurückhaltende Lichtplanung. Runde Deckenöffnungen verleihen der offenen Fläche einen eigenständigen Charakter.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Der offen gestaltete Aufenthaltsraum verbindet Wohnlichkeit mit Funktionalität. Großzügige bodentiefe Verglasungen schaffen eine helle, lichtdurchflutete Atmosphäre, die den Raum visuell weitet. Helles Holz und filigrane Leuchten prägen das Innenambiente und verleihen ihm eine warme und dezent elegante Atmosphäre.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Architektur zwischen Bestand und Neubau

Im räumlichen Mittelpunkt der Anlage stehen weiterhin die Kapelle und der Kreuzgang: „Sie bilden als identitätsstiftendes Zentrum gemeinsam mit dem Pflegeheim und dem Service-Wohnen die neue Klosteranlage“, erläutert der projektleitende Architekt Magnus Postweiler.

Die Neubauten greifen deren Ausrichtung auf und fassen das Ensemble zu einer klar gegliederten Gesamtstruktur. Eine neu interpretierte „Klostermauer“ verbindet Pflegeeinrichtung, Service-Wohnen und spirituelle Orte miteinander und schafft zugleich gezielte Öffnungen, die Blickbezüge und Zugänge zwischen Innen- und Außenraum herstellen.

Bei der Gestaltung von Fassade und Innenräumen setzt das Gebäude auf eine helle, zeitgemäße Architektursprache. Über einem sandfarbenen Sockel im Erdgeschoss erheben sich die Obergeschosse mit einer Holzfassade, deren natürliche Oberfläche dem Bau eine warme und freundliche Ausstrahlung verleiht. Großzügige Fensteröffnungen lassen Tageslicht tief in die Räume und stärken die Beziehung zur umgebenden Parklandschaft, während Balkone zusätzliche Aufenthaltsqualitäten schaffen.

Im Inneren setzt sich diese Atmosphäre konsequent fort. Holzelemente in Böden, Raumteilern und Wandflächen sowie ein ruhiges Farbkonzept aus Grün- und Grautönen prägen die Gestaltung. Offen angelegte Gemeinschaftsbereiche mit Sitzgelegenheiten fördern Begegnung und Orientierung im Alltag, während die Bewohnerzimmer als private Rückzugsräume gestaltet sind. Deren Nasszellen wurden in Holzmodulbauweise vorgefertigt. Breite, lichtdurchflutete Flure mit gezielten Blickachsen strukturieren das Gebäude und unterstützen seine offene räumliche Organisation.

Die Gebäude fügen sich behutsam in die bestehende Parkanlage ein, deren Grünflächen als Aufenthalts- und Begegnungsorte genutzt werden. Ein Vorplatz vor der Kapelle stärkt darüber hinaus die Verbindung zum umgebenden Wohnquartier.

Holz, Licht und integrierte Einbauten prägen die atmosphärische Qualität des Raums. Runde Deckenöffnungen und fein gesetzte Lichtquellen verstärken die moderne Wirkung der offen gestalteten Fläche.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Die offene Raumstruktur erstreckt sich über mehrere Zonen hinweg und wird durch Holz- und Glaselemente gegliedert. Transparente Übergänge ermöglichen Blickbezüge und unterstützen eine klare, funktionale Organisation des Innenraums.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Großflächige Schiebeelemente erweitern den Aufenthaltsbereich bei Bedarf fließend in den Außenraum. Zur Innenseite hin strukturieren Holzelemente mit integrierten Regalen den Raum und schaffen klar definierte Bereiche.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Großzügige bodentiefe Verglasungen weiten den Aufenthaltsraum visuell. Helles Holz und filigrane Leuchten sorgen für eine warme  und dezent elegante Atmosphäre.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Kapelle und Kreuzgang bilden den spirituellen Mittelpunkt der Anlage und verankern das Ensemble identitätsstiftend im Gesamtgefüge. Hohe Räume, Holzverkleidungen und klare Proportionen verleihen dem Bereich eine besinnliche Wirkung.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Der geschützte Innenhof bietet einen ruhigen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität. Die umlaufende Holzfassade fasst den Außenraum und verleiht ihm eine warme, geborgene Wirkung.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Barrierefreiheit als Planungsgrundlage

Die barrierefreie Ausstattung bildet einen zentralen Bestandteil des Entwurfskonzepts. Zum Einsatz kommen Systemlösungen von HEWI, die speziell für Pflege- und Care-Bereiche entwickelt wurden. Das System 900 verbindet funktionale Details, langlebige Materialien und hygienisch optimierte Oberflächen in einer klaren, reduzierten Formensprache. Ergänzend wurden Produkte aus System 162, Armaturen sowie ein Duschhocker aus der Serie LifeSystem verbaut. Sie erleichtern die Bedienbarkeit im Alltag und tragen zu einer durchgängigen gestalterischen Linie im Gebäude bei. Durch unterschiedliche Farb- und Materialoptionen – überwiegend in mattem Schwarz – lassen sich die Produkte präzise auf das Innenraumkonzept abstimmen. So entsteht eine Umgebung, die Sicherheit, Komfort und Selbstständigkeit der Bewohner unterstützt und zugleich die Abläufe im Pflegealltag erleichtert.

Die mattschwarzen Komponenten des HEWI Systems 900 unterstreichen das Erscheinungsbild der barrierefreien Sanitärräume und greifen die reduzierte Architektursprache konsequent auf.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Im Wasch- und Duschbereich unterstützen bodengleiche Übergänge und präzise integrierte Ausstattungselemente von HEWI die Abläufe im Pflegealltag.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Der Stützklappgriff mit integriertem Papierrollenhalter, die WC-Bürstengarnitur und der Haltegriff des HEWI Systems 900 bilden am WC eine aufeinander abgestimmte Lösung in mattem Schwarz.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Die Dusche ist auf flexible und selbstständige Nutzung ausgelegt und wird durch den mobilen Duschhocker aus der Serie LifeSystem ergänzt. Die barrierefreie Ausstattung ermöglicht eine sichere Anwendung und passt sich unterschiedlichen Pflegeanforderungen an.

Foto: Hammerbacher PHOTOGRAPHY

Nachhaltig gedacht

Auch energetisch ist das Projekt auf Dauerhaftigkeit ausgelegt. Luftwärmepumpen und Photovoltaik decken einen Großteil des Energiebedarfs, während moderne Gebäudetechnik die Energieflüsse effizient steuert. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe unterstreicht den nachhaltigen Ansatz des Projekts. Gleichzeitig zeigt sich Nachhaltigkeit auch im architektonischen Umgang mit dem Bestand – etwa im Erhalt prägender Bauteile und in der Nachverdichtung innerhalb vorhandener Infrastruktur.

Mit „Altwerden im Kloster“ entsteht in Laupheim ein Ort, der den sensiblen Umgang mit historischer Substanz mit einer klaren architektonischen Haltung verbindet. Das Projekt zeigt, wie sich soziale Infrastruktur funktional durchdacht, barrierefrei und zugleich atmosphärisch gestalten lässt und konsequent auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet ist, die hier leben und arbeiten.

Daten und Fakten:

Projekt: „Altwerden im Kloster“ /  illerSENIO Campus Laupheim

Standort: Am Klostergarten 1, 88471 Laupheim

Bauherr: illerSENIO c/o Caritasverein Illertissen gGmbH

Architektur: donhauser postweiler architekten

Büro Freiburg Dorfplatz 12,

D-79252 Stegen

www.dopo-architekten.de

HEWI Systeme: HEWI System 900/162, Waschtische, Armaturen

Bauzeit: 2022 – 2026

Fertigstellung: Juni 2026

Nutzfläche: netto Grundriss-Flächen 11.550 m²

Fotos: Gandalf Hammerbacher

HEWI Heinrich Wilke GmbH

Seit seiner Gründung 1929 hat sich HEWI zu einem Systemanbieter für übergreifende Lösungen in den Bereichen Baubeschlag, Sanitär-Accessoires sowie barrierefreier Produkte entwickelt. In den vergangenen 95 Jahren ist das Unternehmen zum Themenführer im Bereich Barrierefreiheit und zum anerkannten Experten in Sachen Systemdesign gewachsen. Gemäß des Universal Designs stehen für HEWI die individuellen Bedürfnisse des Menschen im Mittelpunkt.

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